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Alis Guggenheim sitzt und modelliert einen Ton-Kopf.
Alis Guggenheim 1958 (fünf Wochen vor ihrem Tod)

Biografie

1896
Geburt in Lengnau AG
Kindheit in Lengnau

1908
Umzug der Familie nach Dielsdorf
Welschlandjahr in Morges

1912
Umzug der Familie nach Zürich Aussersihl
Lehre als Modistin

1916
Eröffnung eines eigenen Modesalons
Alice lernt den Studenten und Revolutionär Moses Berson kennen

1919
Reise nach Moskau mit Moses (Mischa) Berson. Eintritt in die kommunistische Partei der Sowjetunion.

1920
Am 16. Juni Geburt der Tochter Ruth in Moskau. Ende Juli Rückreise in die Schweiz

1921
Wiedereröffnung des Modesalons. Besuche von Kursen an der Volkshochschule über kunstgeschichtliche Themen.

1924
Alice beginnt zu modellieren, der Salon wird zum Atelier. Alice nennt sich jetzt Alis. Eintritt in die Modellierklasse der Kunstgewerbeschule wird ihr verwehrt, sie besucht eine Laienklasse.

1925
Alis wird frei schaffende Plastikerin

1926
Einige Plastiken werden im Kunsthaus ausgestellt

1928
Die Bronceskulptur „Frau 1928" wird zwar an der SAFFA ausgestellt und erhält Anerkennung, wird aber nicht verkauft. Persönliche Enttäuschung über mangelnde Beachtung als Künstlerin.

1932
Tod des Vaters

1932 – 35
Dank kleiner Erbschaft Aufenthalt in Paris. Alis bleibt jedoch Autodidaktin.
Tod der Mutter.

1935 – 42
Wieder in Zürich. Zunehmender Faschismus in Europa. Atelier wird zum Treffpunkt von politisch engagierten Menschen und zeitweise zur Zuflucht von Emigranten.

1942
Umzug nach Muzzano / TI
Alis beginnt Motive aus der Tessiner Landschaft zu malen

1944
Im Rahmen der „Arbeiterkulturwoche" in Zürich möchte Alis ihre „Frau 1928" und ein paar andere Werke ausstellen, wird aber abgewiesen. Sie ist tief verletzt und enttäuscht.

1950
Alis malt ihre bekanntesten Bilder: Szenen aus dem jüdischen Leben in Erinnerung an ihre Lengnauer Kindheit

1952
Einzelausstellung in Basel. Alis wird von der Kritik für ihre Vielseitigkeit gelobt.

1954
Am 26. Mai erhält Alis den Kunstpreis des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes für darstellende Kunst „in Anerkennung und Dankbarkeit für erfolgreiches Schaffen".

1955
Ausstellung im Kunstmuseum Bern

1956
Ausstellung und Verkauf verschiedener Werke in Zürich. Alis erlebt zum ersten Mal finanziell gute Zeiten. Sie wird weniger mit ihrem plastischen Werk als mit den Tessiner Landschaftsbildern und ihren jüdischen Alltagsszenen in Verbindung gebracht.

1958
Am 2. September stirbt Alis Guggenheim nach kurzer Krankheit im Zürcher Kantonsspital. Sie wird auf dem jüdischen Friedhof in Lengnau beerdigt.


Für Alis

Deine Spur schriebst still du mir ins Herz.
Ach - in das Gesetz gezwängt das Leben -
weih' ich der Erinn'rung meinen Schmerz,
machtlos, das Entzücken dir zu geben.

Aug' und Stimme sind mir fern Geläute,
deine Kraft der Sporn zu neuer Tat,
und wir drängen uns zur Lücke heute,
die dein Genius hinterlassen hat.

Zürich, 2. September 1958

Aus: Gedichte von Otto Wyss
Gesammelt und herausgegeben zu seinem 70. Geburtstag am 16. Mai 1959

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Sammlungen

Jerusalem, Israel Museum
Berlin, Jüdisches Museum
Aarau, Aargauer Kunsthaus
Basel, Jüdisches Museum der Schweiz
Kunstsammlung der Stadt Zürich
Kunstsammlung Kanton Zürich


Ausstellungen

Einzelausstellungen:

  • Fondazione Epper/Gérard, Ascona; Il Ticino di Alis Guggenheim 9.8.2014 – 2.11.2014
  • Dorfmuseum Lengnau; 15.8. – 6.9.2009
  • Israelitische Cultusgemeinde Zürich ICZ. 24.8.2008 – 14.9.2008
  • Galerie Baviera, Zürich; 22.6. – 30.12.2006
  • Frau 1928 (Bronze) steht seit 26.10.1999 in der Parkanlage Zweierstrasse/Badenerstrasse in Zürich
  • Municipio di Muzzano, 17.10. – 8.11.1998
  • Stadthaus Zürich; zum 100-jährigen Geburtstag 12.3. – 12.4.1996
  • Ruth Guggenheim-Heussler, Privatausstellung Zürich; Januar – April 1993
  • Aargauer Kunsthaus Aarau; Als ob ich selber nackt in Schnee und Regen stehe. 18.10. – 22.11.1992
  • Städtische Kunstkammer Zum Strauhof, Gedächtnis-Ausstellung, Zürich 27.10. – 15.11.1959
  • Ausstellung im Rathaus von Castagnola, Keramik und Skulpturen, November 1953

Gruppenausstellungen:

  • «Fedeli alla Linea», Evidently Chickentown, Friedensgasse 1, Zürich 7.6. – ca. 7.7.2024
  • Art Dock Zürich; »Frauenpower« 9.4. – 18.8.2016
  • «Kult Zürich Ausser Sihl – das andere Gesicht». Galerie Strobl, Zürich 9.8.2014 – 2.11.2014
  • Helmhaus, Zürich; Grösser als Zürich, Kunst in Aussersihl 24.2. – 22.04.2012
  • Galerie Baviera, Zürich; Kult Zürich Ausser Sihl, Das andere Gesicht. 4.9. – 18.12.2008
  • Galerie Stuker, Zürich; 17.10. – 4.2.2000
  • Kunsthaus Zürich; angelica anna und andere schwestern von gestern 21.3. – 17.5.1987
  • Kunsthaus Zürich; Dreissiger Jahre in der Schweiz. Ein Jahrzehnt im Widerspruch. 31.10.1981 – 10.1.1982
  • Helmhaus Zürich; Juden in der Schweiz. Glaube, Geschichte, Gegenwart 16.3. – 25.4.1982
  • Kölnisches Stadtmuseum; Monumenta Judaica 15.10.1963 – 15.2.1964
  • Lyceum Club, Mostra natalizia, Lugano, Dezember 1955
  • Mostra di Belle Arti indetta dalla Camera del Lavoro, Lugano 21.5. – 30.5.1954
  • Lyceum Club, Mostra del paesaggio ticinese, Lugano, Oktober 1953
  • Biennale del Mare, Eine Ausstellung moderner Malerei in Rimini, Italien 1953
  • Lyceum Club, Mostra natalizia, Lugano 29.11.1952 – 12.12.1952
  • Schulwarte Bern; Zeichnung, Grafik 8.9. – 28.10.1951
  • Kunstmuseum Bern; Malerei 8.9. – 28.10.1951
  • Kunsthalle Bern; Plastik 8.9. – 28.10.1951
  • Fiera di Lugano, verschiedene Tessiner KünstlerInnen, Oktober 1951
  • Ghilda del Libro. Mit Theo Modespacher, Juli 1946
  • Kunsthaus Zürich; Zürcher Künstler. Skulpturen 25.11. – 7.1.1940
  • Kunsthaus Zürich; Turnus-Ausstellung des Schweizerischen Kunstvereins 24.4. – 17.5.1932

Publikationen

2020: Jüdischer Kulturraum Aargau
2008: Kult Zürich Ausser Sihl – das andere Gesicht
2001: Portrait of Our Past. The Jewish Publication Society Philadelphia
1996: Alis Guggenheim (1896–1958). Zum 100. Geburtstag der Künstlerin
1994: TURICUM
1992: «Als ob ich selber nackt in Schnee und Regen stehe...» Alis Guggenheim. Jüdin, Kommunistin, Künstlerin
1991: Mit unverstelltem Blick. Bericht zu drei Künstlerinnen: Anna Baumann-Kienast, Alis Guggenheim, Sophie Taeuber-Arp
1990: Unvergessene Alis Guggenheim aus Lengnau
1988: Der Mann mit der Hand im Auge. Die Lebensgeschichte von Karl Geiser
1983: Werke des 20. Jahrhunderts. Aargauer Kunsthaus Aarau
1982: Ein Jahrzehnt im Widerspruch. Kunsthaus Zürich
1981: Dreissiger Jahre Schweiz. Ein Jahrzehnt im Widerspruch
1963: Monumenta Judaica. Kölnisches Stadtmuseum
1957: Jahrbuch des Standes Aargau. Kanton Aargau
1954: Alis Guggenheim
1951: Schweizerische Kunstausstellung
1932: Max Raphael, Blick in Zürcher Ateliers, Tages Anzeiger, Zürich Nr. 276 23.11.1932
1932: Turnus-Ausstellung des Schweizerischen Kunstvereins

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